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Wort der Woche

Lernen Sie hier alle 14 Tage einen neuen französischen Ausdruck kennen!

Die Redewendung „vider son sac“ hat Ihren Ursprung in der Zeit, als Anwälte ihre Verteidigungsschriften noch auf einfache Blätter schrieben und in Beutel packten, um diese mit zur Verhandlung zu nehmen. Natürlich mussten später vor Gericht die Papierrollen Stück für Stück wieder herausgeholt werden. Der Anwalt „leerte“ also mit anderen Worten „seinen Beutel“ (=vider son sac), um sein Plädoyer vorzutragen. Heutzutage wird dieser Ausdruck verwendet, wenn eine Person, die Dinge, die ihr auf dem Herzen lagen und die sie bisher geheim gehalten hatte, ausspricht. Auf Deutsch kommt dies in der Anwendung am ehesten dem Ausdruck „jemandem sein Herz ausschütten“ nahe.


Abgesehen von der Frucht, bezeichnen die Franzosen jemanden als „gute Birne“, der sich aufgrund von zu viel Naivität und Güte an der Nase herumführen lässt. Eine Person, die viel zu gutherzig und großzügig ist, um zu merken, dass andere genau dies zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen. Diese französische Redewendung existiert seit Ende des 19. Jahrhunderts und ist eine Metapher dafür, dass genau wie reife Birnen, die generell ganz alleine vom Baum fallen, die „guten Birnen“ schnell in die Fallen anderer tappen, die deren Naivität erkannt haben und von ihr profitieren wollen.


Wir alle kennen dieses Dilemma: Sicherheit oder Risiko? Lieber ein kleiner Erfolg oder doch versuchen, den großen Jackpot zu bekommen? Die französische Redewendung dieser Woche bedeutet so viel wie einen kleinen, jedoch sicheren Gewinn unter Risiko gegen etwas Besseres oder Wertvolleres eintauschen zu wollen und dann im Endeffekt alles zu verlieren und mit nichts dazustehen. Die Vorsichtigen unter den Franzosen werden also den Risikoliebhabern sagen „Il ne faut pas lâcher la proie pour l’ombre“. Und die Deutschen äquivalent: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“, sonst steht man am Ende vielleicht wirklich mit leeren Händen da.


Zum Glück entspricht die wortwörtliche Übersetzung dieser Redewendung, nämlich sich wie ein Suppenhuhn rupfen zu lassen (=se faire plumer), nicht ganz ihrer Bedeutung. Das Verb „plumer“ (=rupfen, zupfen) wird heute zwar immer noch im Zusammenhang mit dem Federvieh benutzt, jedoch gab man ihm Mitte des 18. Jahrhunderts noch einen anderen Sinn und es wurde zu dem, was es in unserer heutigen Redewendung bedeutet: jemanden betrügen und bestehlen. „Se faire plumer“ bedeutet also so viel wie sich durch eine Intrige von einem Gauner ausrauben zu lassen.


Stellen wir das zunächst mal klar: Es gibt eigentlich kein Schaf (=mouton) mit fünf Beinen (=cinq pattes). Und doch gibt es Menschen, die auf der Suche nach genau dem sind – nach Dingen, die es im Prinzip gar nicht gibt. Auch Arbeitgeber suchen für eine freie Stelle oft nichts anderes als das Schaf mit fünf Beinen oder in anderen Worten Bewerber, die es unmöglich geben kann, wie z.B. im Alter von 25 Jahren 10 Jahre Berufserfahrung in der richtigen Branche zu haben. Positiv betrachtet kann ein Bewerber sich aber auch durch sein „fünftes Bein“ von allen anderen hervorheben und so den allesentscheidenden Unterschied machen. Ob Sie wohl bei Ihrem nächsten Bewerbungsgespräch das Schaf mit fünf Beinen sein werden?


Während der Deutsche am Ende vom Lied angekommen ist, einfach nicht mehr weiterweiß und jegliche Hoffnung verloren hat, sind für den Franzosen die Bohnen („haricots“) ausgegangen. Hier 2 mögliche Ursprünge: Trockene Bohnen wurden früher als Spieleinsatz benutzt, wenn zum Spaß und nicht um Geld gespielt wurde. Waren einem Spieler alle Bohnen ausgegangen, bedeutete das also, dass er die Partie verloren hatte. Eine andere Erklärung bezieht sich auf die Bohnen als sehr günstiges Grundnahrungsmittel, früher vor allem in Internaten, Gefängnissen oder für die arme Unterschicht. Gingen also sogar die Bohnen aus, hieß das wirklich, dass man am Ende war.


Ob für einen Theaterbesuch, ein schickes Dinner oder einfach nur zum Flanieren in Paris; die Franzosen mögen es, sich wörtlich übersetzt auf ihre 31 zu stellen. Aber was genau bedeutet das? Einer der Ursprünge dieser französischen Redewendung führt zurück ins Mittelalter. Damals trug die reiche französische Oberschicht für elegante Veranstaltungen sogenannte „trentains“, ein sehr aufwendig hergestelltes Tuch bestehend aus 3000 Garnen. Im Laufe der Zeit kam es wohl zu einer Deformation dieses Wortes, und aufgrund von klanglicher Ähnlichkeit wurde aus „trentain“ schließlich „trente-et-un“ (31). Se mettre sur son 31 bedeutet also auf Deutsch: sich für eine besondere Gelegenheit herausputzen!


Die dem 20. Jahrhundert entstammende Redewendung findet ihren Ursprung naheliegenderweise in der Käseherstellung (fromage = Käse). Dank ihres Fachwissens gelingt es den Käsemeistern aus einem so einfachen Grundstoff wie der Milch von Tieren das sehr viel komplexere Produkt Käse herzustellen. Personen, die also aus allem einen Käse machen, haben die Tendenz maßlos zu übertreiben und aus „jeder Mücke einen Elefanten zu machen“.


Hat man im Straßenverkehr eine Trantüte vor sich, wünscht sich der französische Autofahrer nichts sehnlicher, als dass der Vordermann endlich „auf den Champignon drückt“ (Gas geben, auf die Tube drücken).
Wenig erstaunlich, dass der Ursprung dieser Redewendung auch tatsächlich aus dem Automobilbereich stammt. Anders als heute hatten die Gaspedale zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht die typische Plattenform, sondern bestanden aus einem Metallstab an dessen Spitze eine kleine Halbkugel befestigt war, was also stark an einen Champignon erinnerte. Um die damalige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zu erreichen, musste man den Champignon wortwörtlich durchdrücken. Heutzutage wird dieser Ausdruck auch im übertragenen Sinne für eine Person angewendet, die endlich in die Gänge kommen und Gas geben soll.
Übrigens – in dem Videospiel Mario Kart werden durch das Einsammeln von Champignons kurzfristige Beschleunigungsphasen ermöglicht. Ob es sich hierbei um einen Zufall oder um eine Anspielung auf eben jene Redewendung handelt, ist unbekannt.


„Tête“ bedeutet Kopf und  „linotte“ ist die französische Bezeichnung für Hänflinge, ein Vogel aus der Familie der Sperlinge, zu der auch Finken und Spatzen gehören. Dieses Idiom wird gerne für Menschen verwendet, deren Verhalten als dusselig, zerstreut und vergesslich wahrgenommen wird –  im Deutschen vergleichbar mit “Spatzenhirn” oder “Schussel”.
Wie dieser Ausdruck entstanden ist?Einerseits ist der Kopf der Hänflinge winzig, was schon rein optisch auf ein eher kleines Hirnvolumen schließen lässt. Zudem geht der Hänfling beim Bau seines Nests sehr unbedacht vor, verzichtet er doch darauf, dieses sicher geschützt vor möglichen Eindringlingen zu errichten. Zwei Charakteristika, die den Hänfling zum Sinnbild eines „schusseligen“ Tieres gemacht haben.


„Pinard“ ist ein umgangssprachliches Wort für Wein, welches während des 1.Weltkriegs bekannt wurde. Der „Pinard“ festigte die Moral der französischen Truppen. Außerdem fiel der Krieg mit Rekordernten der Winzer zusammen, und so wurde den Soldaten an der Front eine große Menge kostenloser Wein geschenkt. Auf diese Art wurde „Père Pinard“ oder „heiliger Pinard“ ein Alltagskamerad der Soldaten im Schützengraben.
Es ist auch gerade wieder die Zeit des “Beaujolais nouveau” - schon gekostet?

 


Schwamm drüber (=passer l’éponge)! ...eine Redewendung die sowohl wir Deutschen als auch unsere französischen Nachbarn in den Wortschatz aufgenommen haben. Den Ursprung dieses Ausdrucks findet man auf dem Meeresboden, bei dem Vorgänger des uns bekannten, industriell hergestellten Küchenschwamms. Früher benutzte man nämlich noch Meeresschwämme, kleine Tiere ohne Organe dafür aber mit unglaublicher Saugkraft, um Flüssigkeiten aufzuwischen und so eine Oberfläche sauber zu hinterlassen. Genau wie bei uns benutzt man diese Redewendung in Frankreich also, um sich darauf zu einigen eine unangenehme Situation, wie beispielsweise einen Streit oder den Verlust eines Gegenstands, vergessen zu machen und ohne „Schmutz aus der Vergangenheit“ nach vorne zu blicken.


Wie ertränkt (=noyer) man bitte einen Fisch (=poisson) und was soll das bedeuten? Diese Redewendung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Fischern verwendet. Ein weitverbreitetes Manöver war es damals, den Fisch am Haken wieder und wieder aus dem Wasser zu ziehen und anschließend hineinzuwerfen, damit dieser irgendwann vor lauter Erschöpfung keinen Widerstand mehr zeigte und somit einfacher auf das Boot gezogen werden konnte. Heutzutage ertränkt man im Französischen den Fisch im Wasser, wenn man seine Mitmenschen gezielt verwirren will, um einer Frage auszuweichen oder um jemanden hinters Licht zu führen. Zum Beispiel: « On devrait parler des vrais problèmes au lieu de toujours noyer le poisson. »


Was passiert in Frankreich, wenn man einen Rosentopf (=pot aux roses) entdeckt (=découvrir)? Hier zwei Tipps: 1. Das Wort „découvrir“ bedeutete früher so viel wie „einen Deckel anheben“ 2. Der „pot aux roses“ wurde im Mittelalter von Frauen dazu verwendet, ihre Schminke oder ihr Rosenwasser, damals oft als Parfum benutzt, aufzubewahren... nun ja, und außerdem bot sich dieser exzellent dafür an, kleine geheime Dinge zu verstecken. „Découvrir le pot aux roses“ oder den Deckel der Rosenkiste anheben, bedeutet heute also so viel wie ein Geheimnis aufdecken oder jemandem auf die Schliche kommen.


Wenn die Franzosen „nichts als Feuer sehen“, bedeutet das, dass etwas erfolgreich vor ihnen geheim gehalten wird und sie somit die Wahrheit nicht erkennen. Wenn beispielsweise bei einer Wohnungsbesichtigung Löcher in der Wand mit Bildern oder abgenutzte Fußböden mit Teppichen bedeckt werden, sehen die Besucher „nichts als Feuer“ und schätzen die Qualität der Wohnung viel besser ein, als sie tatsächlich ist. Ein möglicher Ursprung dieser Redewendung bezieht sich auf die kurzzeitige „Blindheit“ und das Gefühl viele kleine Funken zu sehen, wenn wir uns kräftig den Kopf stoßen und folglich in diesem Moment nicht realisieren können, was um uns herum geschieht.


Wer viel Zeit in der Natur verbringt, weiß, dass sich Maikäfer (=hannetons) gerne in Getreidefeldern aufhalten…ganz zum Unbehagen der Bauern. Die kleinen Insekten sind nämlich ziemlich gefräßig und alles, was sie einmal angeknabbert haben, wird für die Weiterverarbeitung unbrauchbar. Im Gegensatz dazu beschreibt die Redewendung dieser Woche einen Gegenstand, der eben genau „nicht von Maikäfern gepikst wurde“ (=pas piqué des hannetons), und welcher deshalb in einem perfekten, einwandfreien Zustand ist. Stechen können Maikäfer in Wirklichkeit übrigens nicht.

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Es ist inzwischen ganz schön kalt geworden, typisch für Anfang Dezember. Trotzdem beklagen die Franzosen sich zur Zeit sehr oft über die „Entenkälte“, die sich eingestellt hat.
Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck der Entenjagd zu verdanken. Bevor die Gewässer aufgrund erster Minusgrade zufrieren, machen sich Enten auf den Weg in wärmere Gebiete, um dort zu überwintern. Seit jeher haben sich Jäger den Strom davon fliegender Entenkolonnen Ende Herbst/Anfang Winter zu Nutze gemacht,  um Jagd auf diese Zugvögel zu machen – nicht ohne jedoch selber in der Kälte ausharren zu müssen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die „Entenkälte“ schließlich als Ausdruck für sehr kalte Temperaturen in den täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen.
Übrigens – in Deutschland, Italien und Brasilien spricht man bei derartigen Temperaturen übereinstimmend von „Hundskälte“.


Dieser Ausdruck ist das französische Gegenstück zum deutschen „tatkräftig Hand anlegen“. Es ist eine Anspielung auf den Brotteig („pâte“), den der Bäcker sehr lang kneten muss. Es geht also um eine Tätigkeit, die eine gewisse Anstrengung bedeutet und Ausdauer bei der Sache benötigt. Beispiel: Eine Gruppe Freunde will eine Wohnung renovieren (neue Tapete, Anstrich etc.). Bevor sie anfangen, werden „die Ärmel hcohgekrempelt“ und einer sagt: „Maintenant, il faut mettre la main à la pâte“ und dann geht die Arbeit los.