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Wort der Woche

Lernen Sie hier alle 14 Tage einen neuen französischen Ausdruck kennen!


Die Redewendung „prendre une prune“ dient als Verbildlichung der Ausdrücke „Avoir une contravention“ oder „Payer une amende“ – wird also verwendet, wenn sich jemand eine Geldstrafe einfängt. Früher auf dem Land galt die Pflaume (la prune) als Synonym für das Wort Fausthieb oder Faustschlag. Der Schmerz, den man sich für einen Faustschlag einfängt, wurde mit dem Schmerz für das zu zahlende Geld gleichgesetzt, wodurch im Laufe der Zeit die Redenwendung „prendre une prune“ entstand.


Dieser Ausdruck hat seinen Ursprung in Italien, wo Polichinelle, eine Figur der Commedia dell'arte, bekannt dafür war, sehr laut zu sprechen und alle Geheimnisse, die ihr anvertraut wurden, weiterzuerzählen. Ein secret de Polichinelle (Polichinelle's Geheimnis) ist in Deutschland das "offene Geheimnis": eine Sache, die eigentlich geheim war, aber inzwischen jeder weiß.


Während der Deutsche am Ende vom Lied angekommen ist, einfach nicht mehr weiterweiß und jegliche Hoffnung verloren hat, sind für den Franzosen die Bohnen („haricots“) ausgegangen. Hier 2 mögliche Ursprünge: Trockene Bohnen wurden früher als Spieleinsatz benutzt, wenn zum Spaß und nicht um Geld gespielt wurde. Waren einem Spieler alle Bohnen ausgegangen, bedeutete das also, dass er die Partie verloren hatte. Eine andere Erklärung bezieht sich auf die Bohnen als sehr günstiges Grundnahrungsmittel, früher vor allem in Internaten, Gefängnissen oder für die arme Unterschicht. Gingen also sogar die Bohnen aus, hieß das wirklich, dass man am Ende war.


Abgesehen von der Frucht, bezeichnen die Franzosen jemanden als „gute Birne“, der sich aufgrund von zu viel Naivität und Güte an der Nase herumführen lässt. Eine Person, die viel zu gutherzig und großzügig ist, um zu merken, dass andere genau dies zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzen. Diese französische Redewendung existiert seit Ende des 19. Jahrhunderts und ist eine Metapher dafür, dass genau wie reife Birnen, die generell ganz alleine vom Baum fallen, die „guten Birnen“ schnell in die Fallen anderer tappen, die deren Naivität erkannt haben und von ihr profitieren wollen.


„Faire son beurre“ wird im Französischen auch mit „se faire beaucoup d’argent“ gleichgesetzt. Die Butter gilt dabei als Symbol von Wohlstand und Fülle. Jemand, der fleißig arbeitet und seinen Wohlstand anhäuft oder seine berufliche Position stärkt, schlägt seine eigene Butter.

N'y voir que du feu

Wenn die Franzosen „nichts als Feuer sehen“, bedeutet das, dass etwas erfolgreich vor ihnen geheim gehalten wird und sie somit die Wahrheit nicht erkennen. Wenn beispielsweise bei einer Wohnungsbesichtigung Löcher in der Wand mit Bildern oder abgenutzte Fußböden mit Teppichen bedeckt werden, sehen die Besucher „nichts als Feuer“ und schätzen die Qualität der Wohnung viel besser ein, als sie tatsächlich ist. Ein möglicher Ursprung dieser Redewendung bezieht sich auf die kurzzeitige „Blindheit“ und das Gefühl viele kleine Feuerfunken zu sehen, wenn wir uns kräftig den Kopf stoßen und folglich in diesem Moment nicht realisieren können, was um uns herum geschieht.


Dieser französische Ausdruck hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert, damals war dieser noch als „fendre les cheveux en quatre“ (die Haare in 4 Stücke spalten) geläufig. Der Versuch ein Haar zu zerteilen, ist nicht nur sinnlos, sondern gleichermaßen eine Zeitverschwendung. Wenn in Frankreich also jemand sagt: « Il se coupe toujours les cheveux en quatre pour rien. », dann verfolgt eine Person ihre Aufgaben mit übertriebener Genauigkeit und macht sich unnötigerweise das Leben schwer. Das deutsche Äquivalent ist ganz ähnlich: „Das ist doch Haarspalterei“.

Madeleine de Proust
Sie kennen sicherlich das französische Gebäck „Madeleine“. Der französische Schriftsteller Marcel Proust (1872-1922) beschreibt in einem seiner Romane, wie dieses Gebäck ein intensives Gefühl in ihm auslöst: es führt ihn unmittelbar in seine Kindheit zurück, als seine Tante ihn zum Tee Madeleines reichte. Heutzutage ist eine „Madeleine de Proust“ also etwas, z.B. ein Moment, ein Geschmack oder ein Geruch, der Kindheitserinnerungen in uns weckt. Wenn ein Franzose also sagt „Ce parfum, c'est ma madeleine de proust“ bedeutet das, dass der Geruch eine bestimmte Erinnerung hervorruft.


Stellen wir das zunächst mal klar: Es gibt eigentlich kein Schaf (=mouton) mit fünf Beinen (=cinq pattes). Und doch gibt es Menschen, die auf der Suche nach genau dem sind – nach Dingen, die es im Prinzip gar nicht gibt. Auch Arbeitgeber suchen für eine freie Stelle oft nichts anderes als das Schaf mit fünf Beinen oder in anderen Worten Bewerber, die es unmöglich geben kann, wie z.B. im Alter von 25 Jahren 10 Jahre Berufserfahrung in der richtigen Branche zu haben. Positiv betrachtet kann ein Bewerber sich aber auch durch sein „fünftes Bein“ von allen anderen hervorheben und so den allesentscheidenden Unterschied machen. Ob Sie wohl bei Ihrem nächsten Bewerbungsgespräch das Schaf mit fünf Beinen sein werden?

Wörtlich lässt sich diese Redewendung mit dem Satz “Die Karotten sind gar” übersetzen - im übertragenen Sinne würde man allerdings eher behaupten, dass „alles im Eimer“ ist beziehungsweise „alle Würfel gefallen“ sind. Der Ausdruck geht auf das 17. Jahrhundert zurück, wo sich die ärmeren Bevölkerungsschichten fast ausschließlich von Möhren und Fleisch ernährten. Wenn eine Person dem Tod nahe war, wurde sein Leib mit dem Fleischstück eines Tieres verglichen, das zusammen mit den Karotten zum Verzehr bereitgestellt wird. Die Redewendung „Les carottes sont cuites“ wird dementsprechend verwendet, um die Ausweglosigkeit einer Situation zu beschreiben.

Retourner sa veste

In Frankreich wird dieser Ausdruck verwendet, um Personen zu beschreiben, die ihre Meinung grundlegend so verändern, dass sie in jedem Fall selbst von ihr profitieren können. Die Redewendung entstand durch den Prinzen von Piemont, Charles-Emmanuel de Savoie (1562-1630), der um jeden Preis König von Frankreich oder Spanien werden wollte. Charles-Emmanuel trug ein Hemd, das auf der einen Seite weiß und auf der anderen rot war. Die beiden Seiten spiegelten jeweils die Farben der Nationen wieder: Rot trug Charles in Spanien und blau in Frankreich. Dementsprechend musste er also je nach Anlass „seine Weste drehen“ (= retourner sa veste), um den Interessen der jeweiligen Länder zu entsprechen.


Diese französische Redewendung stammt aus dem 19. Jahrhundert und bedeutet so viel wie "Schaufensterbummel". Ganz allgemein bezeichnet dieser Ausdruck eine Person, die an den Schaufenstern vorbei geht und dann stehen bleibt, um sich das Innere anzusehen, ohne etwas zu kaufen. Bei wortwörtlicher Übersetzung kann man feststellen, dass der Ausdruck das Verb "lécher" also "lecken" beinhaltet, welches seit dem 12. Jahrhundert so viel bedeutet, wie "die Zunge über etwas zu führen". Wenn eine Person also ein Schaufenster sehr genau und freudig betrachtet und dabei immer näher heranrückt, sieht es beinahe so aus, als könnte sie vor lauter Begeisterung, über die ausgestellte Ware bzw. das Fenster lecken.

Entgegen des ersten Eindrucks, entspricht diese Redwendung nicht dem deutschen "Hahn im Korb". Viel mehr können Sie diesen Ausdruck mit der deutschen Redewendung "Wie Gott in Frankreich leben" oder "wie die Made im Speck leben" vergleichen. Wollte man früher einen besseren Preis für seinen Hahn auf dem Markt erzielen, so brachte man ihn fürsorglich aufgehoben in einem bequemen Korb zum Marktgeschehen und sprach so von "être comme un coq de panier". Da es für eine leckere Pastete ebenso einen qualitativ und wohlschmeckenden Hahn benötigt, wurde später der Korb durch den Teig ersetzt.

Ce n'est que partie remise
Sich feste Ziele setzen, Deadlines einhalten, Meetings organisieren - all das gehört zum Arbeitsalltag dazu. Und doch kommt es immer wieder zu der Situation, in denen man sich eingestehen muss, dass man nicht alle Termine und Teilziele einhalten kann. In solchen Momenten ist es ratsam, nicht direkt zu verzweifeln, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben, oder wie die Franzosen sagen: "Ce n'est que partie remise". Solange Sie das Aufschieben nicht zur Gewohnheit werden lassen, brauchen Sie also nicht direkt den Kopf in den Sand stecken sondern sollten sich mit neuer Motivation an die Arbeit setzen.

Ne pas être né de la dernière pluie
Stellen Sie sich vor, Sie kommen des Öfteren zu spät zur Arbeit. Ihr Vorgesetzter stellt sie zur Rede und sie lassen sich Tag für Tag eine neue Ausrede einfallen. Eines Tages sagt er Ihnen: "Je ne suis pas né de la dernière pluie" (lit.: "Ich wurde nicht vom letzten Regen geboren"). Diese Redewendung bedeutet so viel wie "ich bin nicht von gestern". Der "letzte Regen" stellt das Neue und Frische dar und kann im Rahmen dieser Redensart als Unwissenheit interpretiert werden. Ihr Vorgesetzter möchte also damit ausdrücken, dass er an ihren Ausreden zweifelt und nicht leichtgläubig ist.


Fällt in Frankreich jemand „in die Äpfel“, dann ist ihm dringlichst anzuraten, sich auszukurieren. „Tomber dans les pommes“ bedeutet nämlich letztlich nichts anderes als „ohnmächtig werden“. Der Ursprung dieser Redensart ist nicht eindeutig bestimmt. Der Ausdruck könnte vom dem Wort „pâmer“ (ein veralteter, poetischer Ausdruck für „in Ohnmacht fallen“) abgeleitet sein. Eine andere wahrscheinlichere Theorie besagt, dass sich diese Redewendung aus einem Brief der Autorin George Sand an eine gewisse Mme. Dupin ableitet. In diesem benutzt die Autorin den Ausdruck „sich in weichgekochten Äpfeln befinden“, um auf Ihre große körperliche Erschöpfung hinzuweisen.


Ihr Chef drückt Ihnen eine Aufgabe nach der anderen aufs Auge? Dies gerade noch kurz vor Wochenendbeginn, sodass Sie sich sicher sind, dies nicht mehr pünklich schaffen zu können? In diesem Fall würde Ihr französischer Kollege sagen: "Mais on n'est pas sorti de l'auberge!". Wörtlich übersetzt bedeutet dieser Ausdruck, dass Sie das Gasthaus bzw. die Herberge noch nicht verlassen haben. Sie sitzen noch gemütlich am Tisch und nehmen sich die Zeit, eine leckere Mahlzeit zu beenden. Seinen Ursprung findet dieser Ausdruck im 19. Jahrhundert : umgangssprachlich bezeichneten Diebe damals ein Gefägnis als "Gasthaus", da sie dort freie Unterkunft und Verpflegung bekamen, sie aber nicht leicht von dort entkommen konnten. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass jemand nicht mit Schwierigkeiten fertig wird und weiterhin Probleme hat, diese zu lösen, es steht also noch ein langer Weg bevor.


In einem Gespräch mit einem Franzosen kann es häufig vorkommen, dass Sie ihn sagen hören "Das bricht aber nicht die drei Beine einer Ente", beispielsweise wenn Sie über das Programm einer Veranstaltung reden oder über die neuen Reformen eines Politikers. Doch was hat die Ente auf einmal mit dem Gesprächsthema zu tun? Wie wir alle wissen, besitzen Enten üblicherweise nur zwei Beine. Sollten Sie also eine Ente mit drei Beinen finden und dieser auch noch alle drei brechen, würde dies wohl an ein Wunder grenzen. Benutzen die Franzosen also diese Redewendung in einer Konversation, so meinen Sie damit, dass etwas nichts Besonderes ist bzw. es sie nicht beeindruckt, da es etwas ganz normales ist (denn es ist nicht in der Lage, die 3 Beine einer Ente zu brechen). In Deutschland würde man in diesem Fall die Redewendung "Das haut mich nicht vom Hocker" benutzen.


Stellen Sie sich folgende Situation vor: Nach einer Zeit des Aufschwungs befindet sich Ihre Firma in einer wirtschaftlich schwachen Phase und hat Schwierigkeiten am Markt zu bleiben. Ihren Mitarbeitern eine Erklärung ausstehend, wenden Sie sich an die Belegschaft: „Ich werde direkt zum Punkt kommen wir stecken in einer Krise.“ Ob Sie nun „das Kind beim Namen nennen“, „die Karten direkt auf den Tisch legen“ oder „kein Blatt vor den Mund nehmen“, die Franzosen nennen halt die Katze Katze, aber meinen das gleiche.


Wie ertränkt (=noyer) man bitte einen Fisch (=poisson) und was soll das bedeuten? Diese Redewendung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Fischern verwendet. Ein weitverbreitetes Manöver war es damals, den Fisch am Haken wieder und wieder aus dem Wasser zu ziehen und anschließend hineinzuwerfen, damit dieser irgendwann vor lauter Erschöpfung keinen Widerstand mehr zeigte und somit einfacher auf das Boot gezogen werden konnte. Heutzutage ertränkt man im Französischen den Fisch im Wasser, wenn man seine Mitmenschen gezielt verwirren will, um einer Frage auszuweichen oder um jemanden hinters Licht zu führen. Zum Beispiel: « On devrait parler des vrais problèmes au lieu de toujours noyer le poisson. »


Wenn man diese französische Redewendung Wort für Wort übersetzt, hieße sie „drei Mal nichts“. Im übertragenen Sinne ist die Rede von „für ‘nen Appel und ‘nen Ei“ („cela ne coûte trois fois rien“ - in finanzieller Hinsicht). Auch möglich sind Übersetzungen wie „ist nicht der Rede wert“ „(c'est trois fois rien“) oder „etwas erfordert nur einen geringen Aufwand“ („il suffit de trois fois rien“ – was Zeit oder Material betrifft).

Voir midi à sa porte
Früher waren Uhren ein Luxus und die Bevölkerung las die Uhrzeit anhand des Schattens des Glockenturms ihres Dorfes ab. Je nachdem von wo aus man schaute, zeigte die Spitze des Turms zu verschiedenen Zeiten Mittag an. Gleichzeitig waren jedoch alle davon überzeugt, die "richtige Zeit" zu sehen. Aus diesen Meinungsverschiedenheiten entstand der Ausdruck "voir midi à sa porte", der im übertragenenen Sinne darauf anspielt, dass jeder eine subjektive Wahrnehmung der Dinge hat. Sie haben zum Beispiel seit Langem den Wunsch, in einem bestimmten Unternehmen in einer bestimmten Position zu arbeiten. Die Stelle wird frei, Sie bewerben sich und hören nach ein paar Wochen, dass Ihre beste Freundin den Job bekommen hat. Nun sind sie wütend, dass sie sich auf den Posten beworben hat, den Sie seit Ewigkeiten wollen, sie hingegen ist beleidigt, dass Sie sich nicht für sie freuen. Sie sehen beide den Mittag vor ihrer (eigenen) Tür.


Vielleicht seid Ihr auch schon mal Menschen begegnet, die manche Situationen so darstellen, dass sie unlösbar erscheinen, obwohl sie mit ein bisschen Selbstdisziplin und Ehrgeiz durchaus machbar wären. Benutzte man denselben Ausdruck im 18. Jahrhundert noch zur Beschreibung von Personen, die nicht gerade sehr viel Glück hatten und/oder sehr unglücklich waren, so trifft dies heutzutage nicht mehr zu.
Wir halten fest: Personen, die „aus einer Mücke einen Elefanten machen“ und vor der geringsten Schwierigkeit kapitulieren, würden sich auch in einem Wasserglas ertränken.

Mettre les pieds dans le plat
„Mettre les pieds dans le plat“ bedeutet unbeholfen ein Thema anzusprechen, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass es besser wäre es zu vermeiden. Im 19. Jahrhundert war ein „plat“ eine weite Fläche von Niedrigwasser. Der Boden eines „plat“ war oft dreckig; deshalb bedeutete dieses provinzielle Sprichwort ursprünglich „im Dreck patschen“. Dieses Bild verdeutlicht, dass das Thema für alle Anwesenden unangenehm ist.

„Couper la poire en deux“ ist eine sehr häufig benutzte Redewendung, die sowohl im Arbeitsalltag als auch in familiären Verhandlungssituationen ihren Einsatz findet. Gibt es zwei unterschiedliche Meinungen zu einem Thema, zu einer zu treffenden Entscheidung oder beispielsweise zu einem Preis, trifft man sich am Ende häufig in der Mitte und geht einen Kompromiss ein, bei dem sich beide Seiten die Kosten oder die Arbeit etc. teilen. Im Rahmen einer Preisverhandlung würde man auf Deutsch wohl äquivalent sagen „Halbe-halbe machen“. Warum die Birne? Dazu gibt es mehrere historische Ansätze, aber keiner ist offiziell der einzig richtige. Wahrscheinlich wurde die Birne zum Teilen ausgewählt, weil sie seit jeher ein sehr verbreitetes Obst in Frankreich ist und jeder sie kennt. Also viel Spaß beim Birnen schneiden!

Chercher midi à 14 heures

Im 16. Jahrhundert etablierte sich die Redewendung "Chercher midi à onze heures" und entwickelte sich im 17. Jahrundert zum heutigen Ausdruck "Chercher midi à 14 heures" (=den Mittag um 14 Uhr suchen). Die Mittagszeit gilt als ein klarer und simpler Zeitpunkt mitten am Tag. Es gibt hingegen weder eine plausible Erklärung für 11 Uhr, noch für 14 Uhr. Wirft ein Franzose einem anderen im Rahmen einer Diskussion vor, er solle den Mittag nicht um 14 Uhr suchen, meint er, er soll die Dinge nicht komplizierter machen als sie sind. Sie lösen beispielsweise eine Matheaufgabe problemlos. Dann erscheint ihnen ihr Rechenweg jedoch zu einfach und sie zweifeln an ihrem Ergebnis, obwohl dieses richtig ist. Nach längerem Hin- und Herüberlegen bemerken sie, dass sie eine einfache Aufgabe verkomplizieren. Sie haben den Mittag um 14 Uhr gesucht...

Faire l'autruche
Wörtlich übersetzt bedeutet dieser Ausdruck „ den Strauß machen“. In Frankreich wird es benutzt, wenn man sich der Realität nicht stellen und ein Problem nicht angehen will. Dieser Ausdruck erschien mit dem Studium der afrikanischen Tierwelt entlang des siebzehnten Jahrhunderts. Der Legende nach vergraben Strauße ihre Köpfe bei Gefahr im Boden. Allerdings fand man schnell raus, dass dies einem Irrglauben entspricht. Tatsächlich ist der Strauß alles andere als ein ängstliches Tier. Trotzalledem wurde diese Legende schnell in die französische Sprache integriert und ist mit dem deutschen „den Kopf in den Sand stecken“ vergleichbar.


Diese französische Redwendung findet ihren Ursprung im Mittelalter. Um in Kriegszeiten einen guten Überblick über das Schlachtfeld zu haben, war ein großes Pferd für die Ritter damals ein großer Vorteil. Durch ihre kräftige Statur konnten die Pferde die Last der schwer ausgerüsteten Ritter besser tragen, welche somit das einfache Fußvolk mühelos bekämpfen konnten. Im eigentlichen wie auch im übertragenen Sinne, blickte der Ritter hoch von seinem Ross auf das Fußvolk herab. Heute benutzt man diese Redewendung, wenn eine Person sich stark aufregt, aggressiv oder schnell zornig auf eine Provokation reagiert.


Sprechen Franzosen von „pedaler dans la choucroute“, dann hat das weniger damit zu tun, dass sie im „Sauerkraut radeln“, sondern bedeutet viel mehr, dass sie „den Durchblick verloren haben“, „auf dem Schlauch stehen“ und gerade einfach „nicht mehr weiterkommen“. Diese vergleichsweise noch junge Redewendung entstammt dem Radrennsport – genauer gesagt der Tour de France. Der Schlusswagen („voiture balai“) dient(e) dazu, erschöpfte Fahrer noch vor Beendigung ihrer eigentlichen Etappe bis zur Ziellinie mitzunehmen. Es war anlässlich der ersten Tour de France-Rennen mit Werbeschildern für diverse Sauerkraut-Hersteller plakatiert. So hat sich im Laufe der Zeit die Redewendung etabliert, die „Ziellinie im Sauerkraut erreichen“.


Wir alle wissen, wie sehr die Franzosen gutes Essen schätzen. Doch was bedeutet es, wenn ein Franzose Sie beschuldigt, Salat zu erzählen? Er glaubt Ihnen nicht!
Nehmen wir an, Sie kommen nach einer kleinen Kaffeepause zu spät zu Ihrem Meeting mit dem Chef. Ihm gegenüber entschuldigen Sie sich, dass der Anruf eines Kunden Sie noch aufgehalten hat. Doch er glaubt Ihnen nicht: « Arrêtez de me raconter des salades, je vous ai vu à la machine à café. »
Diese Redewendung stammt aus dem 19. Jahrhundert. Um eine gute Lüge aufzutischen, bedarf es lediglich ein wenig Humor, einer kreativen Ausrede, ein wenig von der Wahrheit und den richtigen Ton. Mischt man diese Bestandteile miteinander, hat man sehr gute Chancen diesen „Salat“ als Wahrheit aufzutischen. Denn auch ein Salat besteht aus einer Kombination von Zutaten, die gut miteinander harmonieren und somit die perfekte Mischung ergeben.


Kennt Ihr das? Diese Tage, an denen man anscheinend mit dem falschen Fuß aufgestanden ist und einfach nichts einem gelingen möchte? „Niemals zwei ohne 3“ bezieht sich zwar nicht zwangsläufig auf negative Ereignisse sondern kann durchaus auch auf gute Neuigkeiten anspielen. Ist etwas zweimal passiert, so soll es um den Aberglauben willen auch ein drittes Mal geschehen.
Spricht ein Franzose also von « jamais deux sans trois », kann dies je nach Kontext mit „ein Unglück kommt selten allein“ oder „aller guten Dinge sind drei“ übersetzt werden.


Avoir la pêche (Pfirsich), la banane (Banane), la patate (Kartoffel) ou la frite (Pommes): All diese französischen Redewendungen haben die gleiche Bedeutung und beschreiben eine gesunde und muntere Person. Jemandem, der im 20. Jahrhundert einen gut genährten Körper hatte, der der runden Form des Pfirsichs oder eben der Kartoffel ähnelte, ging es im Leben gut, und er befand sich in Hochform. In den 70er Jahren kam mit der Pommes eine modernere Version der Kartoffel auf.
Einleuchtend ist auch die Erklärung des Bananen-Ausdrucks: Ihre gebogene Form lässt an ein breites Grinsen denken.


Die dem 20. Jahrhundert entstammende Redewendung findet ihren Ursprung naheliegenderweise in der Käseherstellung (fromage = Käse). Dank ihres Fachwissens gelingt es den Käsemeistern aus einem so einfachen Grundstoff wie der Milch von Tieren das sehr viel komplexere Produkt Käse herzustellen. Personen, die also aus allem einen Käse machen, haben die Tendenz maßlos zu übertreiben und aus „jeder Mücke einen Elefanten zu machen“.


Dieser französische Ausdruck stammt aus dem 19. Jahrhundert und bezieht sich auf das französische Wort „lessive“, was sowohl mit Wäsche, als auch mit Waschmittel übersetzt werden kann. Wäscht man ein Kleidungsstück zu oft, verliert es an Farbe und sieht ausgewaschen aus.
Wenn ein Franzose also „ausgewaschen“ ist, ist er einfach ausgelaugt und erschöpft.
Im Deutschen benutzt man im gleichen Sinne die Redewendung „gerädert sein“.


„Ein Haar in der Handfläche haben“ hört sich weder sonderlich schön an, noch hat dies in Frankreich eine positive Bedeutung. Die womöglich plausibelste Erklärung bezieht sich auf eine Person, die ihre Hände so selten benutzt, dass daraus schon Haare wachsen könnten. Der Ausdruck stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert, also aus einer Zeit, in der die meiste Arbeit körperlich und nicht von Maschinen verrichtet wurde. Eine Person, die also ihre Hände nicht zum Arbeiten benutzte, galt als besonders faul.
„Mon fils a vraiment un poil dans la main : il ne fait strictement rien de ses journées.", ist daher ein Satz, den sicherlich schon so manche französischen Eltern von sich gegeben haben.

Dieser französische Ausdruck stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Katze noch als Geheimnishüter angesehen wurde und demnach als ein Symbol für Weisheit und Wissen galt. Die Redewendung „donner sa langue au chat“ (=seine Zunge der Katze geben) wird in Situationen benutzt, in denen eine Person partout nicht die Antwort auf eine Frage kennt und sich geschlagen gibt. Man überlässt also der „Katze“ (im übertragendem Sinne dem Gesprächspartner) seine „Zunge“ (das Wort). Oft wird dieser Ausdruck anlässlich eines Ratespiels, eines Quizz oder einer Scherzfrage benutzt: „Est-ce que tu donnes ta langue au chat?“ oder „Gibst du dich geschlagen?“


Dieser französische Ausdruck hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert und bedeutet wortwörtlich „jemandem die Füße brechen“. Wenn ein Franzose zum Beispiel sagt: „Il me casse les pieds avec ses problèmes“, heißt das, dass derjenige von den Problemen des anderen sichtlich genervt ist. Das deutsche Pendant zu diesem französischen Ausdruck ist „jemandem auf den Geist gehen“.

Die Redewendung „vider son sac“ hat Ihren Ursprung in der Zeit, als Anwälte ihre Verteidigungsschriften noch auf einfache Blätter schrieben und in Beutel packten, um diese mit zur Verhandlung zu nehmen. Natürlich mussten später vor Gericht die Papierrollen Stück für Stück wieder herausgeholt werden. Der Anwalt „leerte“ also mit anderen Worten „seinen Beutel“ (=vider son sac), um sein Plädoyer vorzutragen. Heutzutage wird dieser Ausdruck verwendet, wenn eine Person, die Dinge, die ihr auf dem Herzen lagen und die sie bisher geheim gehalten hatte, ausspricht. Auf Deutsch kommt dies in der Anwendung am ehesten dem Ausdruck „jemandem sein Herz ausschütten“ nahe.


Zum Glück entspricht die wortwörtliche Übersetzung dieser Redewendung, nämlich sich wie ein Suppenhuhn rupfen zu lassen (=se faire plumer), nicht ganz ihrer Bedeutung. Das Verb „plumer“ (=rupfen, zupfen) wird heute zwar immer noch im Zusammenhang mit dem Federvieh benutzt, jedoch gab man ihm Mitte des 18. Jahrhunderts noch einen anderen Sinn und es wurde zu dem, was es in unserer heutigen Redewendung bedeutet: jemanden betrügen und bestehlen. „Se faire plumer“ bedeutet also so viel wie sich durch eine Intrige von einem Gauner ausrauben zu lassen.


Schwamm drüber (=passer l’éponge)! ...eine Redewendung die sowohl wir Deutschen als auch unsere französischen Nachbarn in den Wortschatz aufgenommen haben. Den Ursprung dieses Ausdrucks findet man auf dem Meeresboden, bei dem Vorgänger des uns bekannten, industriell hergestellten Küchenschwamms. Früher benutzte man nämlich noch Meeresschwämme, kleine Tiere ohne Organe dafür aber mit unglaublicher Saugkraft, um Flüssigkeiten aufzuwischen und so eine Oberfläche sauber zu hinterlassen. Genau wie bei uns benutzt man diese Redewendung in Frankreich also, um sich darauf zu einigen eine unangenehme Situation, wie beispielsweise einen Streit oder den Verlust eines Gegenstands, vergessen zu machen und ohne „Schmutz aus der Vergangenheit“ nach vorne zu blicken.
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