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Wort der Woche

Lernen Sie hier alle 14 Tage einen neuen französischen Ausdruck kennen!


Die dem 20. Jahrhundert entstammende Redewendung findet ihren Ursprung naheliegenderweise in der Käseherstellung (fromage = Käse). Dank ihres Fachwissens gelingt es den Käsemeistern aus einem so einfachen Grundstoff wie der Milch von Tieren das sehr viel komplexere Produkt Käse herzustellen. Personen, die also aus allem einen Käse machen, haben die Tendenz maßlos zu übertreiben und aus „jeder Mücke einen Elefanten zu machen“.


Hat man im Straßenverkehr eine Trantüte vor sich, wünscht sich der französische Autofahrer nichts sehnlicher, als dass der Vordermann endlich „auf den Champignon drückt“ (Gas geben, auf die Tube drücken).
Wenig erstaunlich, dass der Ursprung dieser Redewendung auch tatsächlich aus dem Automobilbereich stammt. Anders als heute hatten die Gaspedale zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht die typische Plattenform, sondern bestanden aus einem Metallstab an dessen Spitze eine kleine Halbkugel befestigt war, was also stark an einen Champignon erinnerte. Um die damalige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zu erreichen, musste man den Champignon wortwörtlich durchdrücken. Heutzutage wird dieser Ausdruck auch im übertragenen Sinne für eine Person angewendet, die endlich in die Gänge kommen und Gas geben soll.
Übrigens – in dem Videospiel Mario Kart werden durch das Einsammeln von Champignons kurzfristige Beschleunigungsphasen ermöglicht. Ob es sich hierbei um einen Zufall oder um eine Anspielung auf eben jene Redewendung handelt, ist unbekannt.


Wenn man diese französische Redewendung Wort für Wort übersetzt, hieße sie „drei Mal nichts“. Im übertragenen Sinne ist die Rede von „für ‘nen Appel und ‘n Ei“ („cela ne coûte trois fois rien“ - in finanzieller Hinsicht). Auch möglich sind Übersetzungen wie „ist nicht der Rede wert“ „(c'est trois fois rien“) oder „etwas erfordert nur einen geringen Aufwand“ („il suffit de trois fois rien“ – was Zeit oder Material betrifft).


„Tête“ bedeutet Kopf und  „linotte“ ist die französische Bezeichnung für Hänflinge, ein Vogel aus der Familie der Sperlinge, zu der auch Finken und Spatzen gehören. Dieses Idiom wird gerne für Menschen verwendet, deren Verhalten als dusselig, zerstreut und vergesslich wahrgenommen wird –  im Deutschen vergleichbar mit “Spatzenhirn” oder “Schussel”.
Wie dieser Ausdruck entstanden ist?Einerseits ist der Kopf der Hänflinge winzig, was schon rein optisch auf ein eher kleines Hirnvolumen schließen lässt. Zudem geht der Hänfling beim Bau seines Nests sehr unbedacht vor, verzichtet er doch darauf, dieses sicher geschützt vor möglichen Eindringlingen zu errichten. Zwei Charakteristika, die den Hänfling zum Sinnbild eines „schusseligen“ Tieres gemacht haben.


„Pinard“ ist ein umgangssprachliches Wort für Wein, welches während des 1.Weltkriegs bekannt wurde. Der „Pinard“ festigte die Moral der französischen Truppen. Außerdem fiel der Krieg mit Rekordernten der Winzer zusammen, und so wurde den Soldaten an der Front eine große Menge kostenloser Wein geschenkt. Auf diese Art wurde „Père Pinard“ oder „heiliger Pinard“ ein Alltagskamerad der Soldaten im Schützengraben.
Es ist auch gerade wieder die Zeit des “Beaujolais nouveau” - schon gekostet?


Die Redewendung „prendre une prune“ dient als Verbildlichung der Ausdrücke „Avoir une contravention“ oder „Payer une amende“ – wird also verwendet, wenn sich jemand eine Geldstrafe einfängt. Früher auf dem Land galt die Pflaume (la prune) als Synonym für das Wort Fausthieb oder Faustschlag. Der Schmerz, den man sich für einen Faustschlag einfängt, wurde mit dem Schmerz für das zu zahlende Geld gleichgesetzt, wodurch im Laufe der Zeit die Redenwendung „prendre une prune“ entstand.


Dieser Ausdruck ist das französische Gegenstück zum deutschen „tatkräftig Hand anlegen“. Es ist eine Anspielung auf den Brotteig („pâte“), den der Bäcker sehr lang kneten muss. Es geht also um eine Tätigkeit, die eine gewisse Anstrengung bedeutet und Ausdauer bei der Sache benötigt. Beispiel: Eine Gruppe Freunde will eine Wohnung renovieren (neue Tapete, Anstrich etc.). Bevor sie anfangen, werden „die Ärmel hcohgekrempelt“ und einer sagt: „Maintenant, il faut mettre la main à la pâte“ und dann geht die Arbeit los.

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Eine Redewendung die einem ein Lächeln auf das Gesicht zaubert: "avoir un coeur d'artichaut" bedeutet wörtlich übersetzt "Ein Artischockenherz haben". In Frankreich wird der Term dafür verwendet, eine Person zu beschreiben, die sich leicht verliebt. Ein/e Träger/in eines solchen Herzens verteilt also gerne und schnell Blätter ihres Herzens (wovon eine Artischocke bekanntlich viel besitzt)!
"Sophie est tombée sous le charme de Marc, qu'elle a rencontré la semaine dernière!"
"Quel coeur d'artichaut celle-là!"


Es ist inzwischen ganz schön kalt geworden, typisch für Anfang Dezember. Trotzdem beklagen die Franzosen sich zur Zeit sehr oft über die „Entenkälte“, die sich eingestellt hat.
Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck der Entenjagd zu verdanken. Bevor die Gewässer aufgrund erster Minusgrade zufrieren, machen sich Enten auf den Weg in wärmere Gebiete, um dort zu überwintern. Seit jeher haben sich Jäger den Strom davon fliegender Entenkolonnen Ende Herbst/Anfang Winter zu Nutze gemacht,  um Jagd auf diese Zugvögel zu machen – nicht ohne jedoch selber in der Kälte ausharren zu müssen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die „Entenkälte“ schließlich als Ausdruck für sehr kalte Temperaturen in den täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen.
Übrigens – in Deutschland, Italien und Brasilien spricht man bei derartigen Temperaturen übereinstimmend von „Hundskälte“.


Sprechen Franzosen von „pedaler dans la choucroute“, dann hat das weniger damit zu tun, dass sie im „Sauerkraut radeln“, sondern bedeutet viel mehr, dass sie „den Durchblick verloren haben“, „auf dem Schlauch stehen“ und gerade einfach „nicht mehr weiterkommen“.

Diese vergleichsweise noch junge Redewendung entstammt dem Radrennsport – genauer gesagt der Tour de France. Der Schlusswagen („voiture balai“) dient(e) dazu, erschöpfte Fahrer noch vor Beendigung ihrer eigentlichen Etappe bis zur Ziellinie mitzunehmen. Es war anlässlich der ersten Tour de France-Rennen mit Werbeschildern für diverse Sauerkraut-Hersteller plakatiert. So hat sich im Laufe der Zeit die Redewendung etabliert, die „Ziellinie im Sauerkraut erreichen“.


Wörtlich lässt sich diese Redewendung mit dem Satz “Die Karotten sind gar” übersetzen - im übertragenen Sinne würde man allerdings eher behaupten, dass „alles im Eimer“ ist beziehungsweise „alle Würfel gefallen“ sind. Der Ausdruck geht auf das 17. Jahrhundert zurück, wo sich die ärmeren Bevölkerungsschichten fast ausschließlich von Möhren und Fleisch ernährten. Wenn eine Person dem Tod nahe war, wurde sein Leib mit dem Fleischstück eines Tieres verglichen, das zusammen mit den Karotten zum Verzehr bereitgestellt wird. Die Redewendung „Les carottes sont cuites“ wird dementsprechend verwendet, um die Ausweglosigkeit einer Situation zu beschreiben.


Fällt in Frankreich jemand „in die Äpfel“, dann ist ihm dringlichst anzuraten, sich auszukurieren. „Tomber dans les pommes“ bedeutet nämlich letztlich nichts anderes als „ohnmächtig werden“.
Der Ursprung dieser Redensart ist nicht eindeutig bestimmt. Der Ausdruck könnte vom dem Wort „pâmer“ (ein veralteter, poetischer Ausdruck für „in Ohnmacht fallen“) abgeleitet sein, welches sich im Laufe der Zeit zu „paume“ (Handfläche) und letztlich zu „pommes“ (Äpfel) weiterentwickelt hat.
Eine andere wahrscheinlichere Theorie besagt, dass sich diese Redewendung aus einem Brief der Autorin George Sand an eine gewisse Mme. Dupin ableitet. In diesem benutzt die Autorin den Terminus „sich in den weichgekochten Äpfeln befinden“ als einen Ausdruck ihrer großen körperlichen Erschöpfung.
Weichgekochte Äpfel dienten früher auch dazu, während Theateraufführungen auf die Schauspieler zu werfen, wenn die Darbietung keinen Anklang beim Publikum fand. Die Schauspieler "fielen" dann also auch in weichgekochte Äpfel und waren "k.o.".