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Wort der Woche

Lernen Sie hier alle 14 Tage einen neuen französischen Ausdruck kennen!


Wir alle kennen dieses Dilemma: Sicherheit oder Risiko? Lieber ein kleiner Erfolg oder doch versuchen, den großen Jackpot zu bekommen? Die französische Redewendung dieser Woche bedeutet so viel wie einen kleinen, jedoch sicheren Gewinn unter Risiko gegen etwas Besseres oder Wertvolleres eintauschen zu wollen und dann im Endeffekt alles zu verlieren und mit nichts dazustehen. Die Vorsichtigen unter den Franzosen werden also den Risikoliebhabern sagen „Il ne faut pas lâcher la proie pour l’ombre“. Und die Deutschen äquivalent: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“, sonst steht man am Ende vielleicht wirklich mit leeren Händen da.


Stellen wir das zunächst mal klar: Es gibt eigentlich kein Schaf (=mouton) mit fünf Beinen (=cinq pattes). Und doch gibt es Menschen, die auf der Suche nach genau dem sind – nach Dingen, die es im Prinzip gar nicht gibt. Auch Arbeitgeber suchen für eine freie Stelle oft nichts anderes als das Schaf mit fünf Beinen oder in anderen Worten Bewerber, die es unmöglich geben kann, wie z.B. im Alter von 25 Jahren 10 Jahre Berufserfahrung in der richtigen Branche zu haben. Positiv betrachtet kann ein Bewerber sich aber auch durch sein „fünftes Bein“ von allen anderen hervorheben und so den allesentscheidenden Unterschied machen. Ob Sie wohl bei Ihrem nächsten Bewerbungsgespräch das Schaf mit fünf Beinen sein werden?


Während der Deutsche am Ende vom Lied angekommen ist, einfach nicht mehr weiterweiß und jegliche Hoffnung verloren hat, sind für den Franzosen die Bohnen („haricots“) ausgegangen. Hier 2 mögliche Ursprünge: Trockene Bohnen wurden früher als Spieleinsatz benutzt, wenn zum Spaß und nicht um Geld gespielt wurde. Waren einem Spieler alle Bohnen ausgegangen, bedeutete das also, dass er die Partie verloren hatte. Eine andere Erklärung bezieht sich auf die Bohnen als sehr günstiges Grundnahrungsmittel, früher vor allem in Internaten, Gefängnissen oder für die arme Unterschicht. Gingen also sogar die Bohnen aus, hieß das wirklich, dass man am Ende war.


Ob für einen Theaterbesuch, ein schickes Dinner oder einfach nur zum Flanieren in Paris; die Franzosen mögen es, sich wörtlich übersetzt auf ihre 31 zu stellen. Aber was genau bedeutet das? Einer der Ursprünge dieser französischen Redewendung führt zurück ins Mittelalter. Damals trug die reiche französische Oberschicht für elegante Veranstaltungen sogenannte „trentains“, ein sehr aufwendig hergestelltes Tuch bestehend aus 3000 Garnen. Im Laufe der Zeit kam es wohl zu einer Deformation dieses Wortes, und aufgrund von klanglicher Ähnlichkeit wurde aus „trentain“ schließlich „trente-et-un“ (31). Se mettre sur son 31 bedeutet also auf Deutsch: sich für eine besondere Gelegenheit herausputzen!


Die dem 20. Jahrhundert entstammende Redewendung findet ihren Ursprung naheliegenderweise in der Käseherstellung (fromage = Käse). Dank ihres Fachwissens gelingt es den Käsemeistern aus einem so einfachen Grundstoff wie der Milch von Tieren das sehr viel komplexere Produkt Käse herzustellen. Personen, die also aus allem einen Käse machen, haben die Tendenz maßlos zu übertreiben und aus „jeder Mücke einen Elefanten zu machen“.


Hat man im Straßenverkehr eine Trantüte vor sich, wünscht sich der französische Autofahrer nichts sehnlicher, als dass der Vordermann endlich „auf den Champignon drückt“ (Gas geben, auf die Tube drücken).
Wenig erstaunlich, dass der Ursprung dieser Redewendung auch tatsächlich aus dem Automobilbereich stammt. Anders als heute hatten die Gaspedale zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht die typische Plattenform, sondern bestanden aus einem Metallstab an dessen Spitze eine kleine Halbkugel befestigt war, was also stark an einen Champignon erinnerte. Um die damalige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h zu erreichen, musste man den Champignon wortwörtlich durchdrücken. Heutzutage wird dieser Ausdruck auch im übertragenen Sinne für eine Person angewendet, die endlich in die Gänge kommen und Gas geben soll.
Übrigens – in dem Videospiel Mario Kart werden durch das Einsammeln von Champignons kurzfristige Beschleunigungsphasen ermöglicht. Ob es sich hierbei um einen Zufall oder um eine Anspielung auf eben jene Redewendung handelt, ist unbekannt.


Wenn man diese französische Redewendung Wort für Wort übersetzt, hieße sie „drei Mal nichts“. Im übertragenen Sinne ist die Rede von „für ‘nen Appel und ‘n Ei“ („cela ne coûte trois fois rien“ - in finanzieller Hinsicht). Auch möglich sind Übersetzungen wie „ist nicht der Rede wert“ „(c'est trois fois rien“) oder „etwas erfordert nur einen geringen Aufwand“ („il suffit de trois fois rien“ – was Zeit oder Material betrifft).


„Tête“ bedeutet Kopf und  „linotte“ ist die französische Bezeichnung für Hänflinge, ein Vogel aus der Familie der Sperlinge, zu der auch Finken und Spatzen gehören. Dieses Idiom wird gerne für Menschen verwendet, deren Verhalten als dusselig, zerstreut und vergesslich wahrgenommen wird –  im Deutschen vergleichbar mit “Spatzenhirn” oder “Schussel”.
Wie dieser Ausdruck entstanden ist?Einerseits ist der Kopf der Hänflinge winzig, was schon rein optisch auf ein eher kleines Hirnvolumen schließen lässt. Zudem geht der Hänfling beim Bau seines Nests sehr unbedacht vor, verzichtet er doch darauf, dieses sicher geschützt vor möglichen Eindringlingen zu errichten. Zwei Charakteristika, die den Hänfling zum Sinnbild eines „schusseligen“ Tieres gemacht haben.


„Pinard“ ist ein umgangssprachliches Wort für Wein, welches während des 1.Weltkriegs bekannt wurde. Der „Pinard“ festigte die Moral der französischen Truppen. Außerdem fiel der Krieg mit Rekordernten der Winzer zusammen, und so wurde den Soldaten an der Front eine große Menge kostenloser Wein geschenkt. Auf diese Art wurde „Père Pinard“ oder „heiliger Pinard“ ein Alltagskamerad der Soldaten im Schützengraben.
Es ist auch gerade wieder die Zeit des “Beaujolais nouveau” - schon gekostet?


Was passiert in Frankreich, wenn man einen Rosentopf (=pot aux roses) entdeckt (=découvrir)? Hier zwei Tipps: 1. Das Wort „découvrir“ bedeutete früher so viel wie „einen Deckel anheben“ 2. Der „pot aux roses“ wurde im Mittelalter von Frauen dazu verwendet, ihre Schminke oder ihr Rosenwasser, damals oft als Parfum benutzt, aufzubewahren... nun ja, und außerdem bot sich dieser exzellent dafür an, kleine geheime Dinge zu verstecken. „Découvrir le pot aux roses“ oder den Deckel der Rosenkiste anheben, bedeutet heute also so viel wie ein Geheimnis aufdecken oder jemandem auf die Schliche kommen.


Wie ertränkt (=noyer) man bitte einen Fisch (=poisson) und was soll das bedeuten? Diese Redewendung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Fischern verwendet. Ein weitverbreitetes Manöver war es damals, den Fisch am Haken wieder und wieder aus dem Wasser zu ziehen und anschließend hineinzuwerfen, damit dieser irgendwann vor lauter Erschöpfung keinen Widerstand mehr zeigte und somit einfacher auf das Boot gezogen werden konnte. Heutzutage ertränkt man im Französischen den Fisch im Wasser, wenn man seine Mitmenschen gezielt verwirren will, um einer Frage auszuweichen oder um jemanden hinters Licht zu führen. Zum Beispiel: « On devrait parler des vrais problèmes au lieu de toujours noyer le poisson. »

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Es ist inzwischen ganz schön kalt geworden, typisch für Anfang Dezember. Trotzdem beklagen die Franzosen sich zur Zeit sehr oft über die „Entenkälte“, die sich eingestellt hat.
Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck der Entenjagd zu verdanken. Bevor die Gewässer aufgrund erster Minusgrade zufrieren, machen sich Enten auf den Weg in wärmere Gebiete, um dort zu überwintern. Seit jeher haben sich Jäger den Strom davon fliegender Entenkolonnen Ende Herbst/Anfang Winter zu Nutze gemacht,  um Jagd auf diese Zugvögel zu machen – nicht ohne jedoch selber in der Kälte ausharren zu müssen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die „Entenkälte“ schließlich als Ausdruck für sehr kalte Temperaturen in den täglichen Sprachgebrauch eingeschlichen.
Übrigens – in Deutschland, Italien und Brasilien spricht man bei derartigen Temperaturen übereinstimmend von „Hundskälte“.


Sprechen Franzosen von „pedaler dans la choucroute“, dann hat das weniger damit zu tun, dass sie im „Sauerkraut radeln“, sondern bedeutet viel mehr, dass sie „den Durchblick verloren haben“, „auf dem Schlauch stehen“ und gerade einfach „nicht mehr weiterkommen“.

Diese vergleichsweise noch junge Redewendung entstammt dem Radrennsport – genauer gesagt der Tour de France. Der Schlusswagen („voiture balai“) dient(e) dazu, erschöpfte Fahrer noch vor Beendigung ihrer eigentlichen Etappe bis zur Ziellinie mitzunehmen. Es war anlässlich der ersten Tour de France-Rennen mit Werbeschildern für diverse Sauerkraut-Hersteller plakatiert. So hat sich im Laufe der Zeit die Redewendung etabliert, die „Ziellinie im Sauerkraut erreichen“.


Wörtlich lässt sich diese Redewendung mit dem Satz “Die Karotten sind gar” übersetzen - im übertragenen Sinne würde man allerdings eher behaupten, dass „alles im Eimer“ ist beziehungsweise „alle Würfel gefallen“ sind. Der Ausdruck geht auf das 17. Jahrhundert zurück, wo sich die ärmeren Bevölkerungsschichten fast ausschließlich von Möhren und Fleisch ernährten. Wenn eine Person dem Tod nahe war, wurde sein Leib mit dem Fleischstück eines Tieres verglichen, das zusammen mit den Karotten zum Verzehr bereitgestellt wird. Die Redewendung „Les carottes sont cuites“ wird dementsprechend verwendet, um die Ausweglosigkeit einer Situation zu beschreiben.


Fällt in Frankreich jemand „in die Äpfel“, dann ist ihm dringlichst anzuraten, sich auszukurieren. „Tomber dans les pommes“ bedeutet nämlich letztlich nichts anderes als „ohnmächtig werden“.
Der Ursprung dieser Redensart ist nicht eindeutig bestimmt. Der Ausdruck könnte vom dem Wort „pâmer“ (ein veralteter, poetischer Ausdruck für „in Ohnmacht fallen“) abgeleitet sein, welches sich im Laufe der Zeit zu „paume“ (Handfläche) und letztlich zu „pommes“ (Äpfel) weiterentwickelt hat.
Eine andere wahrscheinlichere Theorie besagt, dass sich diese Redewendung aus einem Brief der Autorin George Sand an eine gewisse Mme. Dupin ableitet. In diesem benutzt die Autorin den Terminus „sich in den weichgekochten Äpfeln befinden“ als einen Ausdruck ihrer großen körperlichen Erschöpfung.
Weichgekochte Äpfel dienten früher auch dazu, während Theateraufführungen auf die Schauspieler zu werfen, wenn die Darbietung keinen Anklang beim Publikum fand. Die Schauspieler "fielen" dann also auch in weichgekochte Äpfel und waren "k.o.".


Die Redewendung „prendre une prune“ dient als Verbildlichung der Ausdrücke „Avoir une contravention“ oder „Payer une amende“ – wird also verwendet, wenn sich jemand eine Geldstrafe einfängt. Früher auf dem Land galt die Pflaume (la prune) als Synonym für das Wort Fausthieb oder Faustschlag. Der Schmerz, den man sich für einen Faustschlag einfängt, wurde mit dem Schmerz für das zu zahlende Geld gleichgesetzt, wodurch im Laufe der Zeit die Redenwendung „prendre une prune“ entstand.


Dieser Ausdruck ist das französische Gegenstück zum deutschen „tatkräftig Hand anlegen“. Es ist eine Anspielung auf den Brotteig („pâte“), den der Bäcker sehr lang kneten muss. Es geht also um eine Tätigkeit, die eine gewisse Anstrengung bedeutet und Ausdauer bei der Sache benötigt. Beispiel: Eine Gruppe Freunde will eine Wohnung renovieren (neue Tapete, Anstrich etc.). Bevor sie anfangen, werden „die Ärmel hcohgekrempelt“ und einer sagt: „Maintenant, il faut mettre la main à la pâte“ und dann geht die Arbeit los.